Nachhaltigkeit

KLIMAready-Umfrage: mehr Kooperation gefordert

27. Februar 2025
Zusammenschluss von sieben Hamburger Clustern legt Ergebnisse vor – Was sind die größten Herausforderungen bei Nachhaltigkeit und Klimawandel?

Organisationen der Metropolregion Hamburg bei Energietransformation, Klimaanpassung und Klimaresilienz zu unterstützen, ist das Ziel des EU-geförderten Projekts KLIMAready. Dazu haben sich sieben Hamburger Cluster zusammengeschlossen: Cluster Logistik-Initiative Hamburg, Erneuerbare Energien Hamburg, Hamburg Aviation, Life Science Nord, Maritimes Cluster Norddeutschland, Food Cluster Hamburg sowie Finance City Hamburg. Im Zuge einer Umfrage geben nun rund 130 Cluster-Akteur:innen Einblicke zu bestehenden und geplanten Maßnahmen, Hürden und Unterstützungsbedarfen. Das sind die Ergebnisse.

Hamburg für klimafreundliche Zukunft fit machen

„Das Thema Nachhaltigkeit ist mittlerweile fest in den Hamburger Unternehmen verankert“, betont Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard. Zahlreiche Unternehmen hätten sich bereits auf den Weg gemacht, in der Hansestadt eine klimafreundliche Zukunft aktiv mitzugestalten. So soll etwa im Biogas- und Kompostwerk Bützberg in der Metropolregion Hamburg mit Förderung vom Bund die Biomethanmenge erhöhen werden ­– durch eigene Produktion von grünem Wasserstoff. Darüber hinaus erhielten Hamburger Hochbahn, Aurubis sowie sieben weitere Unternehmen aus Hamburg für ihre Ambitionen im Klimaschutz den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2025. „Die zentrale Botschaft der Umfrage laute: Wir wollen noch mehr Kooperation! Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen meistern und Hamburg für eine klimafreundliche Zukunft fit machen“, so Leonhard weiter. 

KLIMAready-Grafik zun Faktoren in Bezug auf Nachhaltigkeit

Im Fokus: erneuerbare Energien und nachhaltige Technologien

Klimawandel und Nachhaltigkeit beschäftigten nahezu alle Befragten. Am häufigsten (71 Prozent) sind diese von der Energietransformation betroffen, also der Nutzung von erneuerbaren Energien, Elektromobilität und Energieeffizienz. Auch Ressourceneffizienz (62 Prozent) und regulatorische Vorgaben (58 Prozent) spielen eine Rolle. Entscheidender Faktor bei über der Hälfte der Befragten ist auch die Erwartungen der Kund:innen. Für rund 23 Prozent der befragten Organisationen sind technologische Anforderungen, wie neuartige Antriebe, relevant. Mit wachsender Unternehmensgröße wachse auch die gefühlte Relevanz der einzelnen Faktoren. Insbesondere bei den Erwartungen potenzieller Arbeitnehmer:innen, Klimaanpassung und Klimaresilienz blieben kleine und mittlere Unternehmen (bis 50 Mitarbeitende) deutlich hinter dem Durchschnitt zurück. 

Rund neun Prozent der Befragten hätten noch keine entsprechenden Maßnahmen umgesetzt oder geplant. Am meisten (67 Prozent) würde an Maßnahmen zur Nutzung von erneuerbaren Energien bzw. nachhaltigen Technologien zur Energiegewinnung und -nutzung gearbeitet. Außerdem habe über die Hälfte der Befragten eine Nachhaltigkeitsstrategie und/oder Nachhaltigkeitsberichte erstellt sowie Mitarbeitende entsprechend geschult und/oder neue eingestellt. 

Die Top-3-Herausforderungen

Die drei größten Herausforderungen bei der Implementierung klimafreundlicher Maßnahmen sind laut Umfrage:

  • zusätzlicher Arbeitsaufwand (48 Prozent)
  • regulatorische Unsicherheit (52 Prozent)
  • Finanzierung bzw. hohe Implementierungskosten (66 Prozent)

Die befragten Unternehmen suchten hier bei KLIMAready konkrete Unterstützung, insbesondere bei Informationen, Vernetzungsangeboten und Umsetzungshilfen bei der Nutzung oder Erzeugung erneuerbarer Energien, nachhaltiger Mobilität, Emissionsreduktion sowie Energieeffizienz. Konsens liegt bei der Zusammenarbeit. Nahezu alle Umfrageteilnehmer:innen (94,5 Prozent) würden Interesse an Kooperationen zeigen. 62 Prozent setzten bei der Implementierung klimafreundlicher Maßnahmen bereits auf den Austausch mit anderen Organisationen.

KLIMAready-Grafik zu konkreten Unterstützungsbedarf

KLIMAready – die nächsten Schritte

Auf Basis der Bedarfsanalyse planen die Projektpartner:innen von KLIMAready mit einer sogenannten Clusterbrücke nun nächste Schritte. Branchenübergreifend, agil und organisiert sollen etwa gemeinsam klimarelevante Themen identifiziert, bewertet und Maßnahmen entwickelt werden. Darüber hinaus ist es geplant, die gewonnenen Erkenntnisse aufzuarbeiten und weitere Clusterbrücken zu konzipieren. Außerdem soll eine Website aufgebaut werden: als Wissenshub mit Informationen zu Regulatorik, Fördermöglichkeiten und Angeboten zu nachhaltiger Unternehmensentwicklung für die Metropolregion Hamburg sowie Best Practices. Auch Veranstaltungen zur Vernetzung sowie zum Kompetenzaufbau sind geplant. KLIMAready wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert und von Hamburg kofinanziert. Das Projekt soll eine Laufzeit von drei Jahren umfassen.
mm/sb

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