Hamburg News: Du beschreibst in deinem neuen Buch „Future Pics“ die Welt im Jahr 2040. Was erwartet uns, auf welche Entwicklungen sollten wir uns einstellen?
Gebhardt: In meinem literarischen Kopfkino beschreibe ich, was Arbeit für unser Leben in Zukunft bedeuten kann: im Konzern, in der Behörde, im Handel, in der Familie, an der Uni, in der Klinik – ja sogar im Flüchtlingslager. Überall geht es um Kommunikation und Vernetzung: als humane Unterstützung, als Serviceleistung, als Geschäftsmodell. Ich sehe 2040 als eine Welt, in der alles spricht: Menschen, Maschinen, Roboter, Bots, Sensoren – und es wird unsere Aufgabe sein, die Kommunikation so zu gestalten, dass alles auch ‚richtig‘ verstanden wird.
Hamburg News: Welche Skills brauchen wir, um in der Zukunft gut leben zu können?
Gebhardt: Wir brauchen Neugier, Mut und eine Art Studium Generale mit körperlichem Bezug zu unserer Umgebung. Schlichtweg ein permanentes Training in Erfahrungen, um breites Erfahrungswissen aufzubauen und uns in Soft Skills und kritischem Urteilungsvermögen zu üben. Um Risiken vorauszuberechnen, werden wir viel mit digitalen Zwillingen simulieren und um wirklich etwas Neues zu entwickeln, werden wir spielerischer interagieren – teils im Gaming-Sessel, teils gemeinsam am Produkt. Das Büro der Zukunft wäre eine Art Akzelerator oder Maker Space, wo mit Zulieferern und Endkonsumenten um die beste Lösung gerungen wird.