Metropolregion Hamburg

Nach Welterbe-Titel: Schwerin investiert in den Tourismus

26. Februar 2025
Die UNESCO-Auszeichnung hat Schwerin bereits ein Besucherplus beschert. Nun plant die Stadt ein Welterbezentrum und neue Hotels

In einem Atemzug mit der Chinesischen Mauer, der Akropolis und den Pyramiden von Gizeh: Seit dem vergangenen Sommer darf sich das Residenzensemble Schwerin Welterbe nennen. Wo jahrhundertelang Herzöge residierten, gehen heute Besucherscharen aus nah und fern auf Spurensuche. Schon jetzt hat die UNESCO-Auszeichnung dem Tourismus in Schwerin einen ordentlichen Push gegeben. Im Jahr 2024 wurden bis Oktober 199.713 Besucher:innen gezählt, im Vorjahreszeitraum waren es 168.001. Auch die Zahl der Übernachtungen ist gestiegen – mit einem satten Plus von gut 20 Prozent. Ausschlaggebend war neben dem prestigeträchtigen UNESCO-Titel auch, dass vergangenes Jahr der Tag der Deutschen Einheit in Schwerin gefeiert wurde. Der Trend soll sich in Zukunft fortsetzen: „Wir gehen von einer positiven Entwicklung der Nachfrage von Städte- und Kulturtouristen aus, sowohl bei Tages- als auch bei Übernachtungsgästen. Weiterhin prognostizieren wir eine gesteigerte Nachfrage in der Nebensaison und eine Erhöhung des Anteils ausländischer Gäste“, erklärt Michaela Christen, die Pressesprecherin der Stadt Schwerin im Gespräch mit Hamburg News. 

Residenzensemble gehört zu den deutschlandweiten Top-Reisezielen  

Dass gerade Menschen aus dem Ausland Schwerin im Osten der Metropolregion Hamburg auf dem Zettel haben, zeigt auch eine Erhebung der Deutschen Zentrale für Tourismus. Bei der Umfrage wurden ausländische Gäste gebeten, Deutschlands 100 Top-Reiseziele zu küren – auch das Residenzensemble Schwerin gehörte dazu. Weitere Spitzenplatzierungen für die Metropolregion Hamburg gab es unter anderem für das Hamburger Miniatur Wunderland, das Heide Park Resort in Soltau und den Nationalpark Wattenmeer

Schwerin plant Besucherinformationszentrum

Größter Magnet des Residenzensembles Schwerin, zu dem über 30 Gebäude und Anlagen gehören, ist das märchenhafte Schweriner Schloss. Bis Mitte Dezember 2024 besuchten rund 232.000 Gäste den früheren Hotspot der Mecklenburger Herzöge. Im gesamten Jahr 2023 kamen 212.000 Gäste ins Schloss, das heute Sitz des Landtags ist. Aber ist Schwerin vorbereitet auf die vielen neuen Besucher:innen? Ja, seit Sommer 2024 gibt es Führungen durch das einmalige Ensemble mit seinen Villen, Kirchen und Gärten. „Künftig sollen weitere, vor allem digitale Angebote entstehen, die sonst nicht zugängliche Innenräume öffnen“, erklärt Michaela Christen. Außerdem will Schwerin ein Besucherinformationszentrum für das Welterbe einrichten. Es soll in das Stadtgeschichtliche Museum integriert werden, das die Stadt gerade plant. Im Moment laufen die Vorbereitungen für einen Architekturwettbewerb. 

Ahnengalerie im Schweriner Schloss

Neue Hotels und Ferienwohnungen entstehen

Weil gerade im besucherstarken Sommer die Hotelbetten knapp werden, will Schwerin auch bei den Übernachtungsmöglichkeiten aufstocken. Fünf neue Häuser sind geplant oder werden schon gebaut, sagt Christen: „Wann was eröffnet wird, können wir noch nicht sagen, aber perspektivisch werden wir rund 450 bis 500 Betten mehr anbieten können – und noch einmal 330 Betten in Ferienwohnungen.“ Gute Nachrichten also für all jene, die in Schwerin die frühere höfische Hochkultur der Mecklenburger Monarchie entdecken wollen. Nach der UNESCO-Entscheidung sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zur Auszeichnung: „UNESCO-Welterbe bringt wirtschaftliche Chancen für unsere Landeshauptstadt und für ganz Mecklenburg-Vorpommern.“ Das gilt besonders, weil das Bundesland im Nordosten Deutschlands nun mit einem Welterbe-Duo glänzt. Neben dem Residenzensemble wurden auch die historischen Altstädte von Wismar und Stralsund gemeinsam in die Welterbeliste eingetragen. 

Tourismus ist wichtige Wachstumsbranche in der Metropolregion Hamburg

Als Welterbe erkennt die UNESCO nur die besten unter den herausragenden Zeugnissen der Menschheits- und Naturgeschichte an. Neben Schwerin und Wismar gibt es in der Metropolregion Hamburg noch weitere solcher einzigartigen Stätten. In Hamburg sind das die Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit dem Chilehaus. Auch die historische Altstadt von Lübeck ist als Königin der Hanse in die Welterbeliste eingetragen. Und das Wattenmeer als unvergleichlicher Naturraum gehört ebenso dazu. Es erstreckt sich auf etwa 500 Kilometern Länge entlang der Küsten Dänemarks, Deutschlands und der Niederlande.
agu/sb

Quellen und weitere Informationen

Tourismus in der Metropolregion Hamburg

Der Tourismus ist in der Metropolregion Hamburg ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Menschen in der Metropolregion unternehmen pro Jahr rund 255 Millionen Tagesausflüge und 81 Millionen Übernachtungen zählen die Tourismusbetriebe jedes Jahr. Wie sich die Branche künftig weiterentwickeln soll, haben Expert:innen im Tourismus- und Freizeitentwicklungskonzept der Metropolregion Hamburg festgeschrieben. Der Ansatz: die Branche soll umwelt- und klimafreundlicher werden, Fachkräfte sollen zurückgewonnen werden.

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