Forschung

Uni Hamburg lässt Weltraum-Observatorium LISA mit entstehen

5. Februar 2024
Planungsphase des internationalen Großprojektes ist abgeschlossen. Europäische Weltraumorganisation gibt Bau frei

Die Universität Hamburg (UHH) und weitere internationale Institutionen und Forschungseinrichtungen wollen mit der Entwicklung des Weltraum-Observatoriums LISA die Erfassung von Gravitationswellen revolutionieren. Das Vorhaben der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Raumfahrtbehörde (NASA) visiert dabei ab Mitte 2030 einen bislang nicht erforschten Frequenzbereich an: zwischen 0,1 Millihertz und einem Hertz. Der Abschluss der Planungsphase gilt als erster großer Meilenstein. Der Bau von LISA soll im Jahr 2025 beginnen und etwa zehn Jahre später abgeschlossen sein. 

Neue Erkenntnisse über Weltraum-Aufbau und -Entstehung

„LISA wird eines der größten und spannendsten Messinstrumente sein, das die Menschheit je gebaut hat, und wird uns mit hoher Wahrscheinlichkeit bahnbrechende neue Erkenntnisse über den Aufbau und die Entstehung des Universums liefern“, so Prof. Dr. Oliver Gerberding. Er leitet das Exzellenzcluster „Quantum Universe“ der UHH, das sich mit Phänomenen in der Astro- und Teilchenphysik befasst. In Kooperation mit dem Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) sollen hier Messsysteme für die Gravitationswellendetektion entwickelt und damit wichtiger Input für die Entstehung des Weltraum-Observatoriums geliefert werden. Darüber hinaus sind zwei weitere Arbeitsgruppen der Universität Hamburg an LISA beteiligt. Eine beschäftigt sich mit primordialen Gravitationswellen, die andere nimmt Doppelsternsysteme in den Blick, die sowohl mit elektromagnetischen Wellen als auch mit Gravitationswellen im LISA-Frequenzbereich messbar sind. 

Hamburg wichtiges Zentrum für Entwicklung und wissenschaftliche Nutzung von LISA

Gravitationswellen im niedrigen Frequenzbereich lassen sich nicht von der Erde aus messen, sondern entstehen im All, unter anderem bei der Verschmelzung von schwarzen Löchern. Um die Grenzen der Gravitationsforschung zu erweitern, müsse sie sich auf den Weltraum ausdehnen, erklärt die leitende LISA-Projektwissenschaftlerin Nora Lützgendorf. Deswegen wird LISA im Welttraum agieren. Das Observatorium soll aus drei baugleichen Satelliten bestehen. Deren Laserstrahlen sollen erhebliche Entfernungen zurücklegen können und auf diese Weise Gravitationswellen im All aufspüren. Hamburg werde bei diesem Forschungsprojekt zu einem wichtigen Zentrum für die Entwicklung und wissenschaftliche Nutzung von LISA.
fw/mm

Quellen und weitere Informationen

Ähnliche Artikel

Uni Hamburg: Exzellenzcluster ziehen Zwischenbilanz

Dreieinhalb Jahre Exzellenzuniversität – Was haben die vier Exzellenzcluster aus den Bereichen Klima, Physik und Manuskriptforschung seitdem erreicht?

Neues Naturkunde-Forschungsmuseum in der HafenCity geplant

Leibniz-Forschungsmuseum für Naturkunde (LIB) soll in Hamburg entstehen – Leuchtturm für Wissenschaft und Museumswelt

Spitzenforschung: DESY-Besuchszentrum nimmt Form an

Richtfest für das Besuchszentrum des Deutschen Elektronen-Synchrotrons in der Science City Hamburg Bahrenfeld. Eröffnung 2025 geplant

Uni Hamburg: 2,1 Millionen Euro für Digitalisierung in der Forschung

Universität Hamburg baut Forschung zu Digitalisierung und künstlicher Intelligenz aus. Bund fördert fünf Forschungsprojekte
Die von uns eingesetzte Consent Management Plattform (https://app.usercentrics.eu/) konnte nicht geladen werden. Dies kann passieren, wenn AdBlocker diese URL fälschlicherweise blockieren. Einige Funktionen, wie z.B. Kartendarstellungen, Umkreissuchen oder Formulare, können so nicht verwendet werden. Um diese Funktionen benutzen zu können, deaktivieren Sie bitte Ihren AdBlocker oder erlauben Sie den Zugriff auf *.usercentrics.eu.