Das U-Space-Reallabor sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur regelhaften Nutzung von Drohnen im öffentlichen Interesse, erklärte Hamburgs Wirtschafssenator Michael Westhagemann im Rahmen der Eröffnung. Die Wirtschaftsbehörde der Hansestadt zählt neben der Hamburg Port Authority, HHLA Sky, Hamburg Aviation sowie das Projektkonsortium UDVeo zu den Partnern des Projekts. Umgesetzt wird es durch die Deutsche Flugsicherung (DFS) und ihre Tochtergesellschaft Droniq. „Um das wirtschaftliche Potenzial von Drohnen vollumfänglich zu nutzen, müssen sie einfach und sicher in den bestehenden Flugverkehr integriert werden“, betonte Droniq-CEO Jan-Eric Putze. Arndt Schoenemann, Vorsitzender der DFS-Geschäftsführung, sagte: „Wir zeigen hier, wie modern und digital ein Luftraum für Drohnen gestaltet werden kann.“
Um die immer weiter steigende Anzahl von Drohnenflügen künftig erfassen und koordinieren zu können, entsteht über dem Hamburger Hafen das deutschlandweit erste Testfeld für einen Drohnen-Luftraum. Am 14. September wurde das 30 Quadratkilometer große „U-Space-Reallabor“ mit einem ersten Testflug eröffnet. Viele weitere sollen über dem Gebiet von Steinwerder sowie Teilen von Grasbrook folgen. Ziel des vom Bundesverkehrsministerium initiierten und mit rund einer halben Million Euro geförderten Projekts ist der Ausbau der Drohnennutzung in Deutschland. Die unbemannten Luftfahrzeuge sollen in Zukunft etwa für Baustelleninspektionen, Transporte medizinischer Güter, Feuerwehreinsätze und die Verkehrsoptimierung eingesetzt werden.
Drohnen sollen in Flugverkehr integriert werden
Testflüge erproben verschiedene Szenarien
Erprobt werden soll im U-Space-Reallabor unter anderem die Kommunikation zwischen Drohnen und anderen Luftverkehrsteilnehmern sowie die Organisation des Luftraums. Zu den Mitte September gestarteten Testflügen zählt beispielsweise ein Notfallszenario, in dem der Drohnenpilot einem in das Testfeld einfliegenden Hubschrauber kurzfristig ausweichen muss. „Um die unbemannte Luftfahrt sicher in das Luftverkehrssystem zu integrieren, kombinieren wir unsere Erfahrung in der bemannten Luftfahrt mit innovativen technologischen Lösungen“, erklärte Schoenemann. Den Drohnenpilot:innen werde für ihren Flug jederzeit ein vollständiges Luftlagebild übermittelt. So seien Steuerer in der Lage, aktuell und rechtzeitig andere Luftverkehrsteilnehmer zu erkennen und entsprechend zu handeln.
Hamburg setzt auf Drohnentechnologie
Das U-Space-Reallabor ist Teil des Aktionsplans für Drohnen und Flugtaxis, mit dem die Bundesregierung nach eigenen Angaben Deutschland an die Weltspitze für den sicheren Betrieb der unbemannten Luftfahrt setzen will. Nach Abschluss der Testreihen über dem Hamburger Hafen sollen die Ergebnisse als Blaupause für die Einrichtung von regulären Drohnen-Lufträumen in Deutschland dienen. Hamburg ist bereits seit 2018 offizielle Modellregion für die Erschließung ziviler Nutzungsmöglichkeiten von Drohnen- und anderen urbanen Luftverkehrstechnologien. Darüber hinaus ist der Themenbereich Urbaner Luftverkehr einer der Schwerpunkte des ITS-Weltkongresses, der vom 11. bis 15. Oktober 2021 in der Elbmetropole stattfinden wird. Das Event gilt als weltweit größte Veranstaltung für intelligente Verkehrssysteme (Intelligent Transport Systems) und fungiert als Beschleuniger der vom Senat verabschiedeten ITS-Strategie. Im Zuge dessen sollen sogenannte Flugwochen stattfinden, in denen in praktischen Vorführungen gezeigt werden soll, wie ein U-Space funktionieren kann.
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