Mit ihrer Vorliebe für Hamburg sind die „Schwestern Grene” nicht allein. Ebenfalls im November hat sich das dänische Wohn-Design-Kaufhaus Illums Bolighus mit einer ersten Filiale in der Nähe des Jungfernstiegs niedergelassen. Bislang war das Möbelhaus mit Geschäften in Dänemark, Norwegen und Schweden vertreten. In der Hamburger Innenstadt mieten die Dänen auf drei Stockwerken eine Ladenfläche von 1.500 Quadratmetern. Bereits einige Monate zuvor feierte der Fachhändler für Unterhaltungselektronik Hi-Fi Klubben aus Aarhus die Einweihung seiner ersten deutschen Filiale in Hamburg. Und auch kulinarisch sind die Dänen auf dem Vormarsch. Im Stadtteil Eppendorf haben die Brüder Frederik und Kristoffer Lund aus Kopenhagen in diesem Sommer ein authentisch-dänisches Café eröffnet, das Blogger-Herzen höher schlagen lässt.
Die dänische Interiorkette Søstrene Grene hat ihren dritten Laden in Hamburg eröffnet. Es sind deutschlandweit die ersten Geschäfte des skandinavischen Einrichtungshauses. Im Juni 2016 hatten die Dänen einen ersten Laden in der Hamburger Meile eröffnet. Vor wenigen Tagen kam ein Geschäft im Alstertal-Einkaufszentrum hinzu. An diesem Freitag feiern die „Schwestern Grene”, Anna und Clara, die dritte Shop-Eröffnung im Hamburger Phoenix-Center. „Das positive Feedback, das uns die deutschen und insbesondere die Hamburger Kunden entgegenbringen, ist überwältigend“, sagt Mikkel Grene, CEOund Mitinhaber von Søstrene Grene.
Shop-Eröffnungen von Illums Bolighus & Hi-Fi Klubben
Dänen zählen zu den wichtigsten Investoren in Hamburg
Dänische Unternehmen tragen positiv zur Entwicklung der hiesigen Wirtschaft bei. Nach Zahlen der HWF Hamburgische Wirtschaftsförderung mbH beschäftigt zum Beispiel allein Bestseller, ein Textilhändler aus dem dänischen Brande mit Niederlassung in Hamburg, bundesweit über 1.500 Mitarbeiter. Das Unternehmen vertreibt in über 500 Stores Bekleidung seiner Marken, darunter Jack&Jones, Vero Moda und Only. Auch der Kopenhagener Schmuckhersteller Pandora ist mit rund 700 Mitarbeitern bundesweit ein wichtiger Arbeitgeber. Aus der Hansestadt steuert das Unternehmen die Märkte in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und in den Niederlanden.
Erst im vergangenen Jahr hat der Schmuckhersteller einen Flagship-Store in der Europa-Passage eröffnet. „Dänische Unternehmen gehören traditionell zu den wichtigsten internationalen Investoren in Hamburg. Mehr als 160 dänisch investierte Unternehmensgründungen wurden von 2012-2015 in das Hamburger Handelsregister eingetragen“, kommentiert der Geschäftsführer der HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH, Dr. Rolf Strittmatter, die Entwicklung.
Hamburg als Testmarkt für weitere Expansionen
Dass dänische Unternehmen vermehrt über Hamburg in den deutschen Markt eintreten, hängt offenbar mit den traditionell engen wirtschaftlichen Verbindungen zusammen. Etwa 800 Hamburger Unternehmen (Handelskammer Hamburg: Stand Juni 2016), darunter Jungheinrich, Kühne & Nagel und Beiersdorf, pflegen Geschäftsbeziehungen mit dem nordischen Königreich. Umgekehrt sind rund 250 dänische Unternehmen mit Niederlassungen in der Elbmetropole vertreten. Laut Hamburger Wirtschaftsförderung (HWF) sind an keinem anderen deutschen Standort so viele dänische Unternehmen präsent wie in der Hansestadt. Sandra Bækby-Hansen von der Deutsch-Dänischen Handelskammer: „Hamburg ist ein natürlicher Anfangspunkt für die Expansion dänischer Unternehmen in Deutschland
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