Mobilität

26 Millionen Euro für autonomes Ridepooling in Hamburg

26. Oktober 2023
Bund und Hansestadt bringen Modellprojekt „Alike“ ins Rollen. Ab 2025 sollen hochautomatisierte Shuttles in Hamburg unterwegs sein

Im Jahr 2030 sollen bis zu 10.000 autonome Shuttles auf Hamburgs Straßen fahren. Das hat das Bundesverkehrsministerium mit Hamburg vereinbart. Mit einem modernen On-Demand-Verkehrsangebot soll so der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) aus Bus und Bahn um eine neue Fortbewegungsmöglichkeit ergänzt werden. Im Modellprojekt Alike soll ein System mit autonomen Shuttles getestet werden, die per App gebucht werden können. Laut Hamburger Hochbahn soll das Vorhaben überregional skalierbar und auch auf dem Land einsetzbar sein. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt mit 26 Millionen Euro. Der autonome Ridepooling-Service soll ab 2025 in Betrieb gehen.

Brücke zwischen ÖPNV und Individualverkehr

„Mit dieser breiten Allianz für das autonome Fahren setzen wir einen weiteren Punkt der gemeinsamen Verabredung mit dem Bund um, mit dem wir Hamburg zur Modellregion Mobilität weiterentwickeln wollen“, erklärt Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks. Das Konsortium führt die Hamburger Hochbahn an. Weitere Partner sind der On-Demand-Dienst Moia, die Fahrzeughersteller Holon und Volkswagen Nutzfahrzeuge sowie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) als Forschungspartner und die Hamburger Behörde für Verkehr und Mobiliätswende (BVM). Mit dem Projekt Alike soll ein System zur Buchung und Nutzung von bis zu 20 autonom fahrenden Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller in Hamburgs ÖPNV aufgebaut werden. Das autonome Ridepooling sei dabei das fehlende Puzzlestück zwischen klassischem öffentlichen Nahverkehr und den individuellen Mobilitätsbedürfnissen der Bürger:innen, so Tjarks. „Mit ihm schaffen wir eine ganz neue Säule im ÖPNV, eine attraktive Alternative zum privaten PKW.“

Volker Wissing (r.) überreicht den Förderbescheid an Anjes Tjarks (Mitte) und Henrik Falk (l.)

Grundlage für zukünftige kommerzielle Bereitstellung und Skalierung von Ridepooling-Diensten

„Autonomes Fahren kann ein Schlüssel sein, die Straßen in Großstädten zu entlasten und gleichzeitig Mobilität bis vor die Haustür zu sichern“, ist Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, überzeugt. „Das autonome On-Demand-Shuttle kommt genau dann, wenn ich es brauche, und es bringt mich direkt an mein Ziel.“ Durch das voll digitale Buchungssystem sei es einfach zu bestellen, Fahrten ließen sich kombinieren und damit Wege und Kosten sparen. Die Fahrzeuge im Modellprojekt Alike werden in einem On-Demand-Dienst integriert, um sie im realen Betrieb zu erproben und über Apps für Nutzer:innern digital buchbar zu machen. Die Projektergebnisse sollen Grundlage für eine zukünftige kommerzielle Bereitstellung und Skalierung von Ridepooling-Diensten bilden. Die Mobilitätslösung soll sich auch auf andere Städte und Regionen ausweiten und übertragen lassen. Zwei Modelle von autonom fahrenden, vollelektrisch angetriebenen Shuttles sollen dabei an den Start gehen: der Holon Mover der Benteler-Tochter Holon und der ID. Buzz AD von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Bei Betriebskonzept und App-Entwicklung profitiert das Modellprojekt von Hamburger Hochbahn und Moia, die bereits Erfahrungen mit autonomen Mobilitätslösungen sammeln konnten, etwa mit der HVV Switch-App und der Moia-App. Betriebs- und Ridepooling-Software werden von Moia bereitgestellt.

Auch gesellschaftliche Akzeptanz autonomen Fahrens wird untersucht

Eine Forschung zur gesellschaftlichen Akzeptanz und Verkehrswirkung soll das Projekt begleiten. Das Institut für Verkehrswesen (IfV) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) will mit einem interdisziplinär ausgerichteten Konzept den Verkehr effizient und nachhaltig organisieren, die Wirkungen neuer Mobilitätssysteme auf die Nutzenden erforschen und eine Systemintegration gewährleisten. Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende hingegen will die politische Anbindung sicherstellen und nimmt einen wesentlichen Part im Genehmigungsverfahren ein. Innerhalb des Alike-Projekts soll nämlich das SAE Automatisierungslevel 4 (hochautomatisiertes Fahren) erreicht und umgesetzt werden. Die SAE (Scociety of Automotive Engineers) hat fünf Level des automatisierten beziehungsweise autonomen Fahrens definiert. Zudem soll die gesellschaftliche Akzeptanz autonomen Fahrens im öffentlichen Verkehr untersucht und das Mobilitätsverhalten der Öffentlichkeit modelliert werden.
mm/sb

Quellen und weitere Informationen

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