Wasserstoff als Energieträger hat für die Energiewende großes Potenzial. Doch wie kann genug grüner H2 gewonnen werden und wie kommt dieser von A nach B? Antworten auf Fragen wie diese liefern diese Hamburger Projekte.

Wasserstoff als Energieträger hat für die Energiewende großes Potenzial. Doch wie kann genug grüner H2 gewonnen werden und wie kommt dieser von A nach B? Antworten auf Fragen wie diese liefern diese Hamburger Projekte.

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) betreibt an ihren drei Containerterminals mehrere hundert Umschlagsgeräte, rund 17.000 Lkw steuern tagtäglich den Hamburger Hafen an: Das Potenzial für die Dekarbonisierung der Hafenlogistik ist enorm.
Auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Hafenlogistik erprobt die HHLA im Cluster Clean Port & Logistics (CPL) alternative Antriebstechnologien für Schwerlastgeräte im operativen Hafenbetrieb. Während im Container Terminal Altenwerder (CTA) auf sogenannten Testfeldern Batterien als Energieträger für die Terminalzugmaschine und automatisierte Transportfahrzeuge (AGV) zum Einsatz kommen, wird beim Container Terminal Tollerort (CTT) auf Wasserstoff für die Terminalzugmaschine, Leercontainerstapler und Co. gesetzt. Dabei verfolgen mehr als 45 Partner ein gemeinsames Ziel: Emissionen im Hafenumschlag sowie in den assoziierten Lieferketten senken. Hierfür gilt es die technologische Reife der Geräte zu beschleunigen und fundierte Entscheidungsgrundlagen für die Umrüstung auf erneuerbare Energien zu schaffen. Parallel dazu wird im Projekt Hydrogen Logistics Applications & Distribution (H2LOAD) das Rollout von wasserstoffbetriebenen Logistikequipment auf den Terminals vorbereitet.

Grüner Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für die Energiewende. Doch aus erneuerbarer Energie gewonnener H2 ist weiterhin rar. Um den Hamburger Hafen und die dort ansässige Industrie zu dekarbonisieren, braucht es ausreichend grünen Wasserstoff, bestenfalls lokal produziert.

Die Hamburger Energiewerke und der Clean-Energy-Asset-Manager Luxcara errichten am ehemaligen Kraftwerkstandort Moorburg einen skalierbaren Elektrolyseur. Mit einer Ausgangsleistung von 100 Megawatt ist eine der größten Elektrolyseanlagen Deutschlands geplant. 2025 wurde der Grundstein für den Hamburg Green Hydrogen Hub (HGHH) gelegt, die kommerzielle Wasserstoffproduktion soll 2027 starten. Mithilfe von Wind- und Sonnenenergie wird Wasser durch Elektrolyse in H2 und Sauerstoff zerlegt. Der grüne Wasserstoff soll in das Wasserstoff-Verteilnetz HH-Win eingespeist und so von industriellen Akteuren genutzt werden können, effizient und emissionsfrei. Dabei gilt der HGHH als wichtiger Grundstein des Hamburger Wasserstoff-Ökosystems.

Wie gelangt Wasserstoff von A nach B? Für den Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoff-Infrastruktur braucht es ein Netz, das entsprechende H2-Standorte anbindet – wie Industriezentren, Erzeugungsanlagen, Speicher und Importkorridore.
Mit dem Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz, kurz HH-Win, geht die Elbmetropole voran. Die Hamburger Energienetze realisieren im Hafen ein rund 60 Kilometer langes Wasserstoff-Netz – als Teil des bundesweiten H2-Kernnetzes. Ab 2027 sollen darüber Industrie und Logistik mit grünem Wasserstoff beliefert werden. Südlich der Elbe wurden erste Abschnitte bereits realisiert. Perspektivisch soll das Wasserstoffnetz auch Industriestandorte im Nordwesten und Osten anbinden sowie an das europäische Wasserstoff-Fernleitungsnetz angeschlossen werden. Dabei wird auch der Bereich Mobilität mitgedacht: Tankstellen für Schwerlastverkehr sowie Fahrzeuge und Schiffe in der Hafenlogistik sollen sich zukünftig an die Wasserstoff-Infrastruktur andocken lassen.

Wasserstoff gilt als vielversprechende und zugleich herausfordernde Energiequelle für die Luftfahrt. Als flüssiger Brennstoff braucht H2 zum Beispiel vier Mal so viel Volumen wie Kerosin. Der Einsatz von Wasserstoff erfordert neue Flugzeuge und Antriebskonzepte, auch Infrastrukturen müssen überdacht werden.
Am Flughafen Hamburg gibt es ein Wasserstoff-Luftfahrtlabor. Ein ausgemusterter Airbus A320 dient als Reallabor. Hier forschen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Lufthansa Technik, Zentrum für angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) und Hamburg Airport gemeinsam an Wartungs- und Bodenprozessen für potenzielle wasserstoffbetriebene Flugzeuge. Dazu gehört der Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur am Boden ebenso wie die Installation eines Flüssigwasserstofftanks sowie einer Brennstoffzelle im Flugzeug. Parallel wird ein Digitaler Zwilling des Airbus A320 erzeugt, um datenbasierte Szenarien rund um Predictive Maintenance, also vorausschauende Wartung, zu entwickeln und zu erproben. Das Reallabor soll Impulse für zukünftige Flugzeuggenerationen liefern.
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