Quantensprünge aus Hamburg

Vernetzt in die Zukunft 

Junger Mann mit Kopfhörern nutzt Smartphone in modernem, überdachtem Einkaufszentrum bei Tageslicht.

Quantencomputing gilt als eine der vielversprechendsten Zukunftstechnologien. So wird in Hamburg und der Metropolregion an der Super-Rechenleistung von morgen gearbeitet.

Hamburg Quantum Computing (HQC)

Für Technologie, Qualifizierung und gesellschaftliche Akzeptanz

  • Kooperationsprojekt UHH und TUHH
  • Projektvolumen: 17 Millionen Euro
  • Entwicklung & Ausbildung im Fokus
Zwei Männer stehen vor Bannern und einer Präsentation zum Kick-off Hamburg Quantum Computing (HQC) Event.
TUHH-Präsident Andreas Timm-Giel (l.) und UHH-Präsident Hauke Heekeren: Schulterschluss zweier Universitäten

Herausforderung

Um Hamburg zu einem Quantencomputing-Standort mit internationaler Strahlkraft zu machen, müssen Grundlagenforschung, Technologieentwicklung und industrielle Anwendung Hand in Hand gehen – und neben der technologischen Entwicklung den frühzeitigen Aufbau qualifizierter Fachkräfte beinhalten. 

Lösung

„Das auf sechs Jahre angelegt Projekt wird mit rund 10 Millionen Euro von Hamburg und 7 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln (Europäische Fonds für regionale Entwicklung) gefördert. Ziel ist es, Quantencomputing-Technologien interdisziplinär zu entwickeln und ihren effizienten Einsatz in Wirtschaft und Industrie voranzubringen.Dazu wird das Know-how der Universität Hamburg im Bereich der Quantencomputerkonzepte auf Basis frei programmierbarer Atomfallen mit den ingenieurwissenschaftlichen Stärken der Technischen Universität Hamburg kombiniert. Der ganzheitliche Ansatz umfasst elf miteinander verbundene Forschungsprojekte. Ziel ist die Entwicklung von Hard- und Software für Quantencomputer, die Ausbildung neuer Fach- und Führungskräfte sowie die Vernetzung der vielfältigen Akteure am Standort. Dazu kommen Trainingsmodule zur Gründung von Startups und Öffentlichkeitsarbeit  zur Vermittlung der gesellschaftlichen Relevanz von Quantencomputing.

Rymax One Quantum Optimizer

Atome mit Laserstrahlen fangen

  • Projektvolumen von 28,9 Millionen Euro
  • Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft
  • UHH koordinierender Projektpartner
Optischer Tisch mit verschiedenen Lasern, Spiegeln und optischen Komponenten für wissenschaftliche Experimente.
Mit Rymax One entsteht ein Demonstrator, der gezielt Optimierungsprobleme wie Lieferketten oder Logistikabläufe lösen soll.

Herausforderung

Solange der Weg zu einem universellen Quantencomputer noch nicht geebnet ist, liegt der Fokus auf Quanten-Annealern – Quantenrechner, die für spezifische Aufgaben optimiert sind. Im Projekt Rymax One entsteht ein Demonstrator, der gezielt Optimierungsprobleme lösen soll.

Lösung

Mit einem Projektvolumen von rund 29 Millionen Euro, vor allem gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, entsteht mit Rymax One ein Quantencomputer auf Basis von Neutralatomen. In einer Vakuumkammer werden einzelne Atome mit Laserstrahlen festgehalten und in sogenannte Rydberg-Zustände versetzt, wodurch sie besonders stark miteinander verknüpft werden können. Diese Atome dienen als Qubits, die Grundeinheiten des Quantencomputers, deren Verschränkung die enorme Rechenleistung ermöglicht. Das Rymax-Konsortium besteht aus elf Projektpartnern unter Federführung des Zentrums für Optische Quantentechnologien (ZOQ) an der Universität Hamburg. Otto und HHLA sind als assoziierte Partner beteiligt. Der innerhalb von fünf Jahren (bis 30.11.2026) fertigzustellende Demonstrator zielt auf Optimierungsprobleme, wie Logistikabläufe, Lieferketten oder Prozessoptimierung.

QCoKaIn

Hybrides Quantum-High-Performance-Computing 

  • Hybrider Ansatz
  • Kombination von HPC und Quantencomputing
  • Kausale Inferenz
Nahaufnahme von wellenförmigen Wasserbewegungen mit blau-grünen Lichtreflexionen.
Wie können Supercomputer mit Elementen des Quantencomputings ergänzt werden? QCoKaIn untersucht Möglichkeiten.

Herausforderung

Trotz des großen Potenzials von Quantencomputern ist die Zukunftstechnologie klassischen Rechnern nicht bei allen Aufgaben überlegen. QCoKaln untersucht, wie ein hybrider Ansatz ungewöhnliche Muster in Telemetriedaten – also automatisch erfassten Messwerten von Geräten oder Systemen – besonders schnell und präzise erkennen kann

Lösung

In dem 4-jährigen Projekt (Laufzeit bis Ende 2026) wird der Einsatz von Supercomputern (High-Performance-Computing, HPC) mit Elementen des Quantencomputings kombiniert und die Ergebnisse analysiert. Zudem bindet der hybride Ansatz ‚kausale Inferenz‘ ein. Dieses moderne Forschungsfeld ist sowohl in Statistik als auch Maschinellem Lernen angesiedelt und beschäftigt sich mit der datengetriebenen Analyse von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen. Werden also beispielsweise abweichende Daten eines Fluges registriert, soll QCoKaIn nicht nur die Anomalie dokumentieren, sondern relevante Ursachen herausfiltern. Idealerweise als Echtzeitanalyse, um sofort Lösungsvorschläge zu berechnen. Das Projekt QCoKaIn wird im Rahmen der DLR Quantum Computing Initiative (QCI) mit Praxispartnern wie Airbus durchgeführt.

QSH – Quantencomputing für Schifffahrt und maritime Logistik 

Quantencomputing optimiert maritime Logistik

  • Entwicklung von Quanten-Algorithmen
  • Identifizierung passender Optimierungsprobleme
  • Entwicklung von Demonstratoren

 

Frau mit blauem Schal steht lächelnd vor einem großen Fenster mit Blick auf einen Hafen und eine Brücke.
Anisa Rizvanolli ist Ansprechpartnerin für QSH beim Fraunhofer CML

Herausforderung

Die maritime Logistik ist ein komplexes System mit vielen Variablen – von der Verfügbarkeit von Schiffen und Ladung über aktuelle Marktbedingungen bis zu lokalen gesetzlichen Vorschriften. Das stellt die Branche vor eine Reihe von Optimierungsaufgaben, die in Zukunft von Quantenalgorithmen übernommen werden sollen. 

Lösung

Im Projekt QSH identifiziert, formalisiert und untersucht das Fraunhofer CML die Optimierungsprobleme aus dem operativen und strategischen Betrieb, die sich für den Einsatz von Quantencomputing besonders eignen. Etwa das „Maritime Inventory Routing Problem“, bei dem Quantencomputer einen Logistikplan berechnen sollen, der Schiffsplanung, Routenoptimierung und Bestandsmanagement optimal aufeinander abstimmt. Im Rahmen von QSH werden dazu klassische, hybride (Kombination aus klassischen und Quantenlösungen) sowie Quanten-Algorithmen entwickelt und prototypisch umgesetzt. Zudem ermöglichen eigens entwickelte Demonstratoren einen niedrigschwelligen Zugang zu Quantencomputing sowie einen Einblick in den aktuellen Forschungstand der Technologie und der verfügbaren Hardware. QSH wird durch das Hamburger Maßnahmenpaket zur Stärkung des Quantencomputing-Ökosystems mit 2 Millionen Euro gefördert.

Mehr zu Future Hamburg 

Sie möchten mehr über Innovationen erfahren oder das Netzwerk in Hamburg kennenlernen, dann sind Sie hier richtig.

Carmen Leichsenring
IHRE ANSPRECHPARTNERIN

Carmen Leichsenring

Projektmanagerin Future Hamburg
+49 40 / 41 11 10 - 639

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