Seit 2018 ist Hamburg EU-Modellregion für Urban Air Mobility. Diese Drohnen-Projekte verleihen der Zukunftstechnologie Aufwind.

Seit 2018 ist Hamburg EU-Modellregion für Urban Air Mobility. Diese Drohnen-Projekte verleihen der Zukunftstechnologie Aufwind.

Um den neuen Player Drohne möglichst reibungslos und effektiv in den urbanen Luftraum zu integrieren, müssen Planungsprozesse angepasst und öffentliche Akzeptanz gefördert werden. Dazu entwickelte Ansätze wurden von den sechs beteiligten Städten – darunter Hamburg – getestet, weiterentwickelt und gemeinsam vorangebracht .
Im Rahmen von „CITYAM – Preparing Cities For Sustainable Urban Air Mobility“ (Gesamtbudget: 3.72 Millionen Euro) wurden Tools zur verantwortungsvollen und nachhaltigen Nutzung des urbanen Luftraums entwickelt, darunter GIS. Das webbasierte geographische Informationssystem unterstützt Städte bei der systematischen Planung und Priorisierung von Start- und Landeplätzen und wurde in Hamburg, Stockholm und Helsinki in Online-Workshops und lokalen Testphasen erprobt. Hamburg, Helsinki, Stockholm, Riga, Danzig und Tartu haben zudem eine Roadmap erarbeitet, um Themen wie Luftraummanagement oder den Umgang mit öffentlicher Akzeptanz proaktiv in die jeweilige Drohnen-Strategie zu implementieren. Zum Monitoring von Drohnen-Akzeptanz wurde ein „Public Acceptance Toolkit“ entwickelt, für Umfragen zu Aspekten wie Privatsphäre, Sicherheit und Schutz, akustische Beeinträchtigungen oder Vertrauen in Technologie und Behörden.

Hafenanlagen müssen kontinuierlich geprüft, Schäden, Korrosion oder Verschleiß frühzeitig erkannt werden. Zudem müssen potenzielle Hindernisse für den Schiffsverkehr identifiziert werden. Der Einsatz von Inspektionsteams auf Patrouillenbooten und Hubschraubern jedoch ist aufwendig und manchmal risikoreich.
Eröffnet 2024 als erster europäischer Leitstand für unbemannte Luftfahrt und mobile Sensorik, bietet der dronePORT eine Start- und Landefläche von etwa 100 Quadratmetern. Rund 100 Drohnen können von hier parallel gesteuert werden. Die Kooperation aus Hamburg Port Authority, Polizei Hamburg und Hamburg Aviation hat sich zum Ziel gesetzt, Drohnen als festen Bestandteil von Sicherheit, Katastrophen- und Hochwasserschutz sowie des Hafen- und Infrastrukturmanagements im Hamburger Hafen zu verankern. So sollen Kosten sowie CO2-Emissionen reduziert werden. Das technische Herzstück, das „Integrated Control Center“ von HHLA Sky, erlaubt ferngesteuerte Drohnenflüge— auch „Beyond Visual Line of Sight“ (BVLOS), also Flüge außerhalb der Sichtweite der Piloten. Im Januar 2025 wurde der erste Drohnenflug von Hamburg nach Neuwerk als erster grenzüberschreitender Flug über drei Bundesländer erfolgreich realisiert.

Schon in urbanen Zentren wie Hamburg ist Wasserstoff nur begrenzt verfügbar, in abgelegenen Regionen fehlt erst recht die nötige Infrastruktur. Und es fehlt ein Team, das die Betankung professionell übernimmt – Wasserstoff ist ein hochsensibles Gas, das präzise Handhabung erfordert.
Hydro-Bunny, kurz für “Hydrogen Drone Refueling Operations – Base Utilization Navigation Network Yard” entwickelt ein mobiles, energieautarkes System zur automatisierten Betankung der Drohnen. Dabei erzeugt ein mit regenerativen Energien betriebener Elektrolyseur vor Ort flüssigen Wasserstoff. Eine Start- und Landeplattform ist die Basis für die Drohne, die automatisiert zur Wasserstoff-Tankstation gebracht wird, wo sie durch einen Tankroboter mit dem Wasserstofftank verbunden wird. Der herausfordernde Ansatz wird durch die IFB Hamburg im Rahmen des Programms GATE II gefördert, beteiligte Partner sind IFPT Institut für Flugzeug-Produktionstechnik der TUHH, Teccon, ZAL und mb+Partner. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur emissionsfreien Luftfahrt im kleinen Maßstab und bietet Potenzial für Polizei, Technisches Hilfswerk oder Seenotrettung.

Die Zahl von Drohnensichtungen über kritischer Infrastruktur nimmt zu, der Verdacht Spionage oder Sabotage steht im Raum. Ein Abschuss feindlicher Drohnen birgt jedoch Gefahr für Mensch und Infrastruktur – und zerstört Beweisstücke, die zur Aufklärung beitragen könnten.
Über einen Zeitraum von drei Jahren und gefördert mit rund 1,8 Millionen Euro vom BMDV (Bundesministerium für Digitales und Verkehr), wurde das Drohnenabfangsystem „Falke“ an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg entwickelt: Eine etwa 1,40 metergroße Drohne mit integriertem Netzwerfer, die es mit sechs Propellern auf 120 km/h bringt. KI wertet die Flugbahn der gegnerischen Drohne aus, berechnet deren wahrscheinlichste weitere Flugbewegung und bringt sich selbst in eine optimale Netzabschuss-Position. Parallel kommuniziert das System mit der Bundespolizei, die über den Abschuss entscheidet. Die Abschlusspräsentation 2023 war so überzeugend, dass die Argus Interception GmbH, mit Sitz in Rotenburg (Wümme) in der Metropolregion Hamburg, das System übernommen und zur Produktreife gebracht hat. Das Startup und die HSU bleiben über eine Kooperationsvereinbarung verbunden, um das Abfangsystem kontinuierlich weiterzuentwickeln und das System an die aktuelle Bedrohungslage anzupassen.
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